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Labortests bei Nebennierenschwäche

Das Cortisol-Profil

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Um eine Nebennierenschwäche zu diagnostizieren, sind die Spiegel der beiden wichtigsten, freien Hormone Cortisol und das DHEA am besten geeignet. Speicheltests werden bevorzugt, da diese die Menge der freien und zirkulierenden Hormone direkt messen. In Bluttests wird die Gesamtmenge der gebunden und freien Hormone bestimmt und mathematisch korrigiert.

Cortisol hat seinen Höchststand am Morgen und erreicht in der Nacht um ungefähr 3.00 Uhr seinen Tiefststand. Am aussagekräftigsten ist es, wenn im Tagesverlauf mindestens drei Proben bestimmt werden. Und zwar morgens, mittags und abends vor dem schlafen gehen. Das Cortisol-Profil gibt Aufschluss über die Kraftreserven im Tagesverlauf. Ist die Nebenniere geschwächt kann sie den Cortisol Spiegel nicht aufrecht erhalten. Der Akku ist sozusagen leer und die Cortisol Spiegel fallen steiler ab. Mit mehreren Proben, die über den Tag verteilt abgenommen werden, kann auf diese Weise eine Erschöpfungs Dynamik nachgewiesen werden.

DHEA ist eine Hormon Vorstufe für die Produktion von Cortisol in der Nebennierenrinde. Ist der Körper erschöpft fällt auch DHEA ab. In einem früheren Stadium ist DHEA erhöht als Zeichen einer reaktiven Stressantwort. Mit zunehmender Erschöpfung fällt DHEA ab. Ebenso auch die Sexualhormone Östradiol, und Progesteron. Der Quotient aus DHEA und Cortisol gibt zusätzliche Aufschlüsse.

Seit vielen tausend Jahren hängt unser Überleben davon ab, dass bei Gefahr eine maximale Leistung bei Stress bereitgestellt werden kann. Auch wenn die Erschöpfung noch so groß ist, versucht der Organismus eine letzte Reserve aufzubewahren für den Fall, dass Lebensgefahr eintreten könnte. Als Schutzmechanismus schaltet der Körper deshalb auf ein Energiesparprogramm um, damit diese Reserven nicht unnötig verschleudert werden. Wenn Endokrinologen einen ACTH-Belastungstest durchführen, werden die Not-Reserven und nicht der Grad der Erschöpfung gemessen. Es liegt in der Messmethodik begründet, dass mit endokrinologischenBelastungstests keine Nebennierenschwäche dargestellt werden kann. Auch eine isolierte Messung am Morgen ist ungeeignet, weil es um die Beurteilung der Tagesrhythmik geht. Eine Nebennierenschwäche kann aus zuvor genannten Gründen nur in einem Cortisol-Tagesprofil diagnostiziert werden.

Wenn Sie Hormone wie DHEA oral einnehmen oder Hormoncremes benutzen, kann der Anstieg im Speicheltest sofort gemessen werden. Im Blutanalysen ist der Anstieg der Hormone auch erkennbar, aber verzögert. Hormonveränderungen werden nach ungefähr ca. 6 Wochen sichtbar.

Stress beeinflusst die Spiegel der Nebennieren-Hormone. Wenn Sie Ihren Cortisol-Spiegel an einem ruhigen und entspannten Tag messen, werden Sie ein deutlich anderes Ergebnis erhalten, als wenn Sie Cortisol unter Stressbelastung messen. In einer stressreichen Arbeitswoche wird das Cortisol beispielsweise reaktiv "hochgepeitscht". Deshalb ist eine Nebennierenschwäche besser am Wochenende zu diagnostizieren. Die Stimulation der Cortisol Produktion fällt weg und der Zustand des Körpers kann gemessen wie er tatsächlich ist. Wenn sich der Körper am Wochenende entspannt, wird kommt Müdigkeit und Erschöpfung stärker hervor. Der Körper geht über in den Regenerations-Modus. Dies ist eine sehr sinnvolle Reaktion. In einem solchen "Energie-Spar-Modus" ist eine Erholung deutlich besser möglich. Das Gefühl der Erschöpfung ist richtig und hilfreich. Es schützt uns vor überschänglichem Freizeitstress.

Um eine subklinische Infektion als Ursache für die Nebennierenschwäche auszuschließen, ist eine spezielle Diagnostik erforderlich. Herkömmliche Laboruntersuchungen, auch Tests auf Bakterien- oder Parasitenkulturen fallen oft falsch unauffällig aus.

Cortisol-Tagesprofil

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