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Funktion der Nebennieren bei Frauen

Die Drüsen der Nebennieren regeln den alltäglichen Stress unseres Lebens. Die Nebennieren tragen ungefähr zu 35% zur Produktion der weiblichen Hormone in der Prämenopause und zu fast 50 % in der Postmenopause bei. Ohne eine ausreichende Funktion der Nebennieren ist keine Schwangerschaft möglich. Dies ist wichtig bei Kinderwunsch. Auch Vitalität, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit können bei eingeschränkter Nebennieren Funktion beeinträchtigt sein.

Östrogen-Dominanz

Aufgrund eines stressreichen Lebensstils haben Frauen bereits zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr häufig erschöpfte Nebennieren. Chronischer Stress wird in erster Linie von unseren Nebennieren aufgefangen. In den frühen Phasen der Nebennierenschwäche ist die Cortisol-Ausschüttung hoch, und der Körper versucht, dem Stress gerecht zu werden, indem er mehr Cortisol produziert. Die vermehrte Produktion von Cortisol hat viele unerwünschte Wirkungen. Unter anderem blockiert Cortisol die Progesteron-Rezeptoren. Zugleich wird die Progesteron-Produktion bei Stress reduziert, weil die Bildung von Cortisol dem direkten Überleben dient. Hierdurch entsteht ein Ungleichgewicht zwischen Östradiol und Progesteron. Wenn nicht ausreichend Progesteron vorhanden ist, um Östradiol auszugleichen, entsteht eine Östrogen-Dominanz mit vielfältigen unerwünschten Effekten. Hier ist die Hauptursache, dass Frauen zwischen 30 und 40 Jahren vermehrt Symptome aufweisen, die durch ein extrem hohes Östrogen bedingt sind, wie zum Beispiel Prämenstruelle Syndrom (PMS), Gebärmutter-Myome und das Prämenopausale Syndrom.

Stressfaktoren sind oft chronischer Natur und können mit Lebensstil, Ernährung, mentalem Befinden und Infektionen als Ursachen in Verbindung gebracht werden.

Frauen mit starken Monatsblutungen und Nebennierenschwäche können ihre Nebennieren-Funktion mit natürlichem Cortisol, ausreichend Schlaf, gesunder Ernährung und Nahrungsergänzungsmitteln normalisieren, bevor sie eine Progesteron-Therapie in Erwägung ziehen. Durch Progesteron könnten sich die Blutungen sogar verstärken. Dies tritt normalerweise nur vorübergehend auf und passiert am Anfang, wenn die Östrogenrezeptoren neu sensibilisiert werden.

Haarausfall und Nebennierenschwäche

Frauen, die unter Stress stehen, können paradoxerweise ein hohes Cortisol und gleichzeitig eine Nebennierenschwäche (Stufe 1) aufweisen, bevor es zur Erschöpfung der Nebennieren mit letztendlich sinkendem Cortisol kommt (Stufe 2+3).

Die meisten Frauen in der Postmenopause mit Haarausfall haben ein Problem mit den Nebennieren. Haarausfall kann ein Zeichen von hohen Androgen-Spiegeln. Manche Frauen neigen dazu, zuviel Androstendion zu produzieren, welches dann in Östrogen und Testosteron umgewandelt wird. Östriol kann zum Ausgleich gegen die Wirkungen des Testosteron gegeben werden.

Behandlung

Neben Östriol kann auch eine Low-Dose Cortisol Therapie hilfreich sein. Niedrig dosiertes Cortisol entspricht dem natürlichen Vorbild und kann die Gesundheit erhalten. Eine niedrig dosierte Substitution hält die Drüsen der Nebennieren davon ab, in dem androgenen Bereich des Stressregelkreises stecken zu bleiben. Cortisol wirkt ebenfalls ergänzend bei der Verwendung von Progesteron. Ein effektiver Cocktail besteht daher aus Östriol, Cortisol, und Progesteron.

Solange Testosteron nicht angehoben wird, ist DHEA geeignet die Nebennieren zu stärken und gleichzeitig den Stresspegel zu senken.

Nicht selten suchen Patientinnen meine Praxis auf, die durch ihre Schilddrüsen Medikation gesundheitliche Probleme bekamen. Haarausfall, Unruhe oder Erschöpfung sind durch eine unpassende Einstellung mit Schilddrüsenpräparaten möglich. Egal ob es sich um T4, T3, Mischpräparate oder natürliche Organpräparate von Schwein oder Rind handelt. Eine medikamentöse Einstellung der Schilddrüse sollte auch bei Hashimoto Thyreoiditis keinesfalls ohne Beachtung der Nebennieren Funktion erfolgen. Anfänglich wird Stoffwechsel und Energie angehoben, was subjektiv zunächst als Verbesserung wahrgenommen wird. Sind die Kraftreserven in Nebenniere und Mitochondrien verbraucht, kommen die alten Symptome stärker denn zurück!

Deshalb kann eine nachhaltige Stabilisierung der Gesundheit nur durch eine gleichzeitige Stärkung aller Teamplayer erreicht werden.

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Quelllen: Dr. Lam, Deutsches Hormonhilfenetz