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Der Erreger der Borreliose

Die Borreliose wird durch ein schraubenförmiges Bakterium übertragen, welches nach seinem Entdecker Willy Burgdorfer Borrelia burgdorferi genannt wird. Drei Unterarten von Borrelia burgdorferi sind für die Lyme-Borreliose verantwortlich: Borrelia burgdorferi im engeren Sinne, Borrelia garinii und Borrelia afzelii. Es existieren wohl weitere Unterarten, deren Bedeutung für die Borreliose noch nicht ausreichend geklärt ist.

Ansteckungsgefahr nach Zeckenbiss

Schätzungsweise jede vierte bis fünfte Zecke kann Borrelien übertragen, doch bricht die Krankheit nur bei 1-2 Prozent der Angesteckten aus. Borreliose heißt medizinisch korrekt eigentlich Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit und ist eine multisystemische Infektionskrankheit, d. h. Borreliose kann jedes Organ, das Nervensystem, die Gelenke und das Gewebe befallen. Borreliose kommt sowohl bei Menschen und Säugetieren als auch Vögeln vor. Auch der Zeckenbiss wird korrekterweise eigentlich Zeckenstich genannt, weil für einen "Biss" Ober- und Unterkiefer notwendig sind.

Der Erreger der Borreliose wird fast ausschließlich durch Zeckenbisse übertragen, in Europa hauptsächlich durch die Zeckenart Ixodes ricinus (Holzbock). Eine Übertragung der Borreliose durch andere Zeckenarten, die sich in Folge des wärmeren Klimas weiter ausbreiten, ist jedoch möglich. Auch wird eine Übertragung der Borreliose durch stechende Insekten wie Mücken, Bremsen, Wespen oder Flöhe diskutiert, ebenso auch die Möglichkeit einer sexuellen Übertragung.

Was sollte man nach einem Zeckenbiss tun?

Die Zecke benötigt für die Übertragung der Borrelien zwischen 6 und 48 Stunden. Deshalb sollte die Zecke so schnell wie möglich entfernt werden. Oft werden die Bakterien durch das unsachgemäße Entfernen der Zecke, zum Beispiel wenn diese gequetscht wird, übertragen. In den Wochen nach dem Zeckenbiss sollte man sehr aufmerksam den Gesundheitszustand beobachten, ob Symptome einer Borreliose auftreten. Jede verdächtige Hautstelle, die sich vergrößert, auch wenn sie wie ein Insektenstich aussieht, sollte von einem Arzt untersucht werden, auch dann wenn sie nicht im Bereich der Stichstelle auftritt. Das gilt ganz besonders bei Kindern.

An welchen Symptomen kann ich eine Borreliose im Frühstadium erkennen?

Die möglichen Symptome der Borreliose sind so vielfältig, dass sie kaum einzeln aufgezählt werden können. Das sicherste Zeichen für eine Infektion mit Borrelien nach einem Zeckenbiss ist das Auftreten der sogenannten Wanderröte oder Erythema migrans, welches nach einer Neuinfektion in etwa der Hälfte aller Fälle auftritt. Ein besonders charakteristisches Symptom ist eine sich ringförmige ausbreitende Hautrötung, meist etwa eine bis drei Wochen nach dem Zeckenbiss. Tritt ein solches Erythema migrans auf, ist unverzüglich mit der Behandlung der Borreliose zu beginnen. Auf keinen Fall sollte auf die Ergebnisse von "Laborwerten" gewartet werden, denn die charakteristischen Symptome einer frühen Borreliose sind ausschlaggebend.

\ Ein bis zwei Wochen nach einer Borrelien-Infektion kommt es oft zur sogenannten Borreliose-Grippe meist mit

  • Fieber aber ohne Husten oder Schnupfen.
  • Starke Müdigkeit, Erschöpfung, Mattigkeit,
  • schubweise auftretende Gelenkschmerzen
  • Darmprobleme sind ebenfalls möglich

Insgesamt werden nun Stress in Form von körperlichen und seelischen Herausforderungen, sowie Impfungen, Narkosen oder einfache Infekte aber auch schwerere Mahlzeiten schlecht vertragen.

Wie kann ich eine Borreliose im chronischen Stadium erkennen?

Nach etwa 4 bis 16 Wochen breiten sich die Borreliose-Erreger im ganzen Körper aus. Folgende Symptome sind dann typisch:

  • grippeähnliche Symptome wie Fieber und Kopfschmerzen
  • starke Schweißausbrüche
  • schmerzhafte Entzündungen der Nerven im Gesicht
  • Gelenkentzündungen
  • Störungen des Tastsinns und Sehstörungen
  • Herzprobleme mit Herzrasen und hohem Blutdruck

Unbehandelt tritt eine chronisch verlaufende Borreliose in vielen Variationen der genannten Symptome immer wieder mit wechselnder Intensität auf und verschlechtert sich nicht selten zunehmend. Monate-, aber auch jahrelange symptomfreie Abschnitte mit anschließendem Wiederaufflackern der Erkrankung sind möglich.

Während bei manchen Borreliose-Erkrankten fast nur die Gelenke betroffen sind, kommt es bei anderen hauptsächlich zu neurologischen Störungen. Daneben gibt es auch eine Gruppe von Patienten, die Herzprobleme meist verbunden mit Gefäßentzündungen haben. Viele Borreliose-Patienten klagen über unerträgliche Erschöpfung, rasche Erschöpfbarkeit und chronische Müdigkeit, die sich auch durch Schlaf nicht beseitigen lässt. Oft haben Borreliose-Patienten weniger Hormone im Blut:

  • Progesteron,
  • Testosteron,
  • Serotonin und
  • Hydrocortisol

Deshalb können auch depressive Symptome auf eine Borreliose hindeuten.

In späteren Stadien der Borreliose kann sich die Infektion in verschiedenen Organen festsetzen, wobei am häufigsten die Gelenke betroffen sind. Typisch sind Schmerzen an mehreren Gelenken mit häufig wechselnder Lokalisation. Auch das periphere Nervensystem ist häufig von späteren Stadien der Borreliose betroffen. Dies äußert sich in verschiedenartigen Symptomen wie starken Nervenschmerzen, die mit Schmerzmitteln kaum in den Griff zu bekommen sind, Taubheit oder Lähmungen. Besonders häufig sind Lähmungen der Gesichtsnerven betroffen.

Aber auch Infektionen des Herzens oder des zentralen Nervensystems kommen als spätere Manifestation in Frage. Gerade die späteren Stadien der Lyme-Borreliose mit ungewöhnlichen Symptomen sind schwierig zu diagnostizieren und zu behandeln, denn welcher Therapeut oder Patient bringt soche Symptome mit einem schon länger zurückliegenden Zeckenbiss in Verbindung. Es herrscht große Uneinigkeit in der Medizin hinsichtlich Behandlungsarten, Notwendiger Therapiedauer und Aussagen hinsichtlich des Langzeiterfolges. Wegen großer UNterschiede des Wissensstandes und der generellen Einschätzung der Borreliose finden sich Patienten leider häufig nicht so recht aufgehoben, oder berichten über genervten und einseitig informierte Ärzte.

Kann man sich gegen Borreliose impfen lassen?

Viele Menschen denken, dass eine Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis FSME auch gegen Borrelien schützt. Dies ist nicht so. Gegen Borreliose gibt es bislang keine Schutzimpfung. Deshalb ist es umso wichtiger, Vorsorge gegen Bisse durch Zecken zu betreiben.

Was ist die beste Vorsorge gegen Borreliose?

Einen Biss durch Zecken zu vermeiden. Zecken halten sich gern in hohem Gras sowie am Übergang vom Gebüsch oder Wald zur Wiese auf. Deshalb im Freien immer auf einer Decke sitzen. Lange geschlossene Kleidung ist besser als offene Schuhe, kurze Hosen und lockere Kleidchen. Nach einem Tag in der Natur sollte der ganze Körper und auch die Kleidung nach Zecken abgesucht werden, vor allem Eltern sollten bei Kindern sehr gründlich sein. Helle Kleidung hilft, die kleinen Spinnentiere besser zu entdecken. Die Kleidung am besten komplett ablegen und noch im Freien ausschütteln.

Kann man gegen Borreliose immun werden?

Eine einmal durchgemachte Borreliose-Infektion schützt nicht vor einer erneuten Ansteckung, weil es verschiedene Formen von Borrelien gibt.

Quellen: www.lyme-borreliose.eu, www.borreliose24.de,

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